01.04.2009

ÖAIP-Infos Alles Bio oder was?

Der aus der „Zeit im Bild“ bekannte ORF-Moderator Gerald Groß hat den Festvortrag bei den 50. Österreichischen Pflanzenschutztagen in Rust am Neusiedler See gehalten. Die interessierten Tagungsteilnehmer, unter ihnen auch der Burgenländische Agrarlandesrat Werner Falb-Meixner, lauschten der perfekt vorgetragenen Präsentation. Gerald Groß näherte sich seiner Position zu Bio über eine Art Zeitreise, die ihn zunächst in die Vergangenheit führte. Bei mir ist hängen geblieben, dass sich Menschen für alternative Lebensführungen schon immer begeistern konnten.Das Bedürfnis, anders zu sein als der Rest der Welt, hat sich auch in den Ernährungsgewohnheiten niedergeschlagen. Mit dem Einsetzen der industriellen Revolution und dem zunehmenden Wohlstand hat diese Lebensphilosophie immer mehr Anhänger gefunden. Eine romantische Verklärtheit mit der Sehnsucht nach dem „einfachen Leben“ wurden für die konsumierenden Menschen mehr und mehr bedeutend und bestimmen letztlich auch das Einkaufverhalten. Die Befriedigung von einfachen Lebensbedürfnissen, wie Essen und Trinken, hat sich in unserer Wohlstandsgesellschaft zu einer Art Selbstverwirklichungstrip weiterentwickelt.

Darauf aufbauend hat eine große österreichische Handelskette in der näheren Vergangenheit eine Biomarke geboren, die zur Erfolgsgeschichte geworden ist. Ein regelrechter Bioboom wurde dadurch ausgelöst. Natürlich und gesund ist die einfache Botschaft. Die Gesundheits­argumentation ist, da auch wissenschaftlich nicht wirklich belegbar, heute eher in den Hintergrund getreten. Die entscheidende Kaufmotivation für Biolebensmittel sei heutzutage mehrheitlich in einer Art Gewissensberuhigung begründet.
Ich darf für mich in Schlagworten zusammenfassen: „Wohlstand – Bio – Selbstverwirklichung – Gewissensberuhigung“
Wenn das alles ist, dann kann die Botschaft nur sein: „Die Zukunft liegt in der integrierten Produktion“.    

Ing. Stefan Winter, Geschäftsführer der ÖAIP