31.01.2014

Pflanzenschutzmittel "Belem 0,8 MG" gegen den Maiswurzelbohrer 2014 zugelassen

Befristete Ausbringung unter Auflagen erlaubt

Das Pflanzenschutzmittel "Belem 0,8 MG" (Pfl. Reg. Nr. 3458) darf in Österreich im Zeitraum vom 20.3. bis zum 20.5.2014 gegen den Maiswurzelbohrer ausgebracht werden. Eine entsprechende Notfallzulassung für den Einsatz auf 26.500 ha unter behördlichen Auflagen einer Mengenbeschränkung, der Meldung der tatsächlich in Verkehr gebrachten Mengen, einer technischen Aufrüstung der Sämaschinen sowie einem Verbot der Direktsaat wurde von der Bundesanstalt für Ernährungssicherheit erteilt. Der Maiswurzelbohrer gilt in der EU als Quarantäneschädling. In Österreich ist derzeit für Mais auf Basis von Verordnungen der Bundesländer eine zumindest 3-jährige Fruchtfolge vorgeschrieben.
Der 2002 erstmals in Österreich registrierte Maiswurzelbohrer breitete sich von Südosten her kommend lawinenartig über das Bundesgebiet aus. Derzeit seien nur noch Salzburg und Vorarlberg frei von dem sogenannten "Milliarden Dollar Käfer", teilte die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit. Die durchgehend höchste Anzahl des Schädlings sei hingegen im Burgenland und der Südoststeiermark anzutreffen.
"Ohne entsprechende Maßnahmen führt der Schädling zu extrem hohen Schäden auf den Feldern, gefährdet den österreichischen Maisanbau und damit die Existenzgrundlage vieler bäuerlicher Klein- und Mittelbetriebe. 'Belem 0,8 MG' leistet nun einen wichtigen Beitrag zur Kontrolle des Maiswurzelbohrers", betonte Andreas Stöckl, Geschäftsführer der Kwizda Agro GmbH.

Heiße Sommer fördern Schädling

Während man früher davon ausging, dass Wurzelschäden das Hauptproblem darstellen, haben Experten der AGES festgestellt, dass in heißen Jahren weitaus größere Schäden durch den Fraß der erwachsenen Käfer an den jungen Maisblüten möglich sind. Die Folge wären unfruchtbare Pflanzen, die keine Körner mehr ausbilden. Solche Schäden würden durch hohe Käferdichten und große Sommerhitze begünstigt. Bei anhaltendem Trend zu heißen Sommern stelle dies eine zusätzliche Bedrohung für den (Saat-)Mais dar, zeigte die Agentur auf.

Wirkung "Belem 0,8 MG"

Das Pflanzenschutzmittel "Belem 0,8 MG" ist ein Granulat, das unmittelbar in die Saatfurche dosiert und im selben Arbeitsgang vollständig mit Erde bedeckt wird, schreibt die AGES. Freilandstudien hätten gezeigt, dass es bei der zugelassenen Aufwandmenge von 12 kg pro ha und bei sachgerechter Anwendung des Produkts zu keiner Gefährdung von empfindlichen Organismen wie Insekten (Bienen und Nützlingen) sowie Wasserorganismen kommt. Voraussetzung dabei sei die vollständige Einarbeitung des Granulates in die Saatfurche einschließlich der Abdeckung durch Erde und die Einhaltung der Auflagen bei der Ausbringung des Produktes in der Nähe von Oberflächengewässern, so die Agentur.

Laut AGES ist das Präparat derzeit in Italien, Frankreich und Griechenland regulär für die Anwendung gegen den Maiswurzelbohrer zugelassen. In Deutschland wäre im vergangenen Jahr ebenfalls eine Notfallzulassung gegen den Maiswurzelbohrer erteilt worden und für das Jahr 2014 sei ein diesbezüglicher Antrag vorgesehen. Überdies sei der Wirkstoff seit 2005 positiv gelistet und in 26 Mitgliedstaaten der EU in zugelassenen Pflanzenschutzmitteln enthalten. (aiz)