06.12.2013

IG Pflanzenschutz wehrt sich gegen Neuauflage populistischer Pflanzenschutz-Debatte

Mit Halbwahrheiten wird Ernährungssicherheit aufs Spiel gesetzt: Menge der Pflanzenschutzmittel pro Hektar seit 1960 von 5kg auf 0,001kg zurückgegangen.

Die Welt braucht deutlich mehr Nahrungsmittel, denn die Weltbevölkerung wächst: Forscher schätzen, dass aus den sieben Milliarden Menschen von heute, bis zur Mitte des Jahrhunderts bis zu zehn Milliarden werden. Im Gegensatz zur Entwicklung der Bevölkerungist die Anbaufläche weltweit nicht beliebig erweiterbar. Standen noch 1960 zur Ernährung der damals drei Milliarden Menschen etwa 4.300 m2 pro Kopf zur Verfügung, so werden es 2050 nur noch 1.800 m2 pro Kopf sein.

Die Industriegruppe Pflanzenschutz, eine Vereinigung der 16 wichtigsten Produzenten und Händler von Pflanzenschutzmitteln in Österreich, wehrt sich gegen eine Neuauflage der populistischen Pflanzenschutzdebatte, die Umweltorganisationen und Grüne schon im Frühjahr 2013 dazu genutzt haben, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln anzuprangern. Erneut wird jetzt der Versuch unternommen, mit einer emotional und populistisch geführten Debatte die Argumente, die für den sachgerechten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sprechen, zu entkräften. Tatsächlich konnte die Menge der aufgebrachten Pflanzenschutzmittel in den vergangenen Jahrzehnten durch den Einsatz modernster Techniken drastisch verringert werden. Mussten noch 1960 fünf Kilogramm
Pflanzenschutzmittel verwendet werden, um einen Hektar Anbaufläche zu schützen, so werden heute nur noch 0,001kg verwendet.

Die IG Pflanzenschutz verweist darauf, dass Pflanzenschutzmittel zu den am gründlichsten untersuchten Stoffen der Industrie gehören. Der Weg vom Entwicklungslabor bis zum Acker dauert rund zehn Jahre und ist mit Kosten von rund 200 Mio. Euro verbunden. Im Durchschnitt
kommt nur eine von rund 100.000 getesteten Substanzen ans Ziel und wird als Wirkstoff zur Pflanzengesundheit in der Landwirtschaft eingesetzt.