10.03.2013

Kurzumtriebsplantagen - Pflanzenschutz wird zunehmend wichtig

Für die Anlage von Kurzumtriebsplantagen (KUP) werden überwiegend Pappeln und Weiden angepflanzt. Zurzeit sind dafür nur einige wenige Sorten im Anbau und zugelassen. Das wiederum hat eine geringe genetische Diversität bei gleichzeitig hoher räumlicher Homogenität zur Folge. Alles zusammen lässt einen weiteren Anstieg der Schäden durch Pilze und Schadinsekten im Zuge der Ausweitung dieser Landnutzungsform erwarten, so das Fazit von Christiane Helbig und Richard Georgi vom Institut für Waldbau und Forstschutz, Tharandt, in ihrem Vortrag zur Phytosanitären Situation in KUP in Deutschland anlässlich des Kongress Agrarholz 2013.

Als Hauptschädlinge fanden die beiden Experten den Roten Pappelblattkäfer Chrysomela populi L und an Weiden den Blattkäfer Phratora vulgatissima. Bei den pilzlichen Krankheiten spielten vor allem der Blattrost (Melampsora spec.) und der Pappelrindenbrand (Cryptodiaporthe populae) eine wichtige Rolle. Durch das zunehmende Auftreten dieser Schädlinge und Pilzkrankheiten werde die extensive Bewirtschaftung von Flächen - einer der Hauptgründe für das Anlegen von KUP- in Frage gestellt, so Georgi und Helbig.

Pflanzenschutzmaßnahmen werden beim Anbau von Agrarholz in Kurzumtriebsplantagen zunehmend nötig, so die Prognose der Wissenschaftler. Als ebenso wichtig erachten sie die Züchtung toleranter Sorten und die Förderung natürlicher Gegenspieler, wie Wanzen, Spinnen und Schwebfliegenlarven. Nicht zuletzt müssten Methoden für die Überwachung und Voraussage des Massenauftretens von Schädlingen entwickelt werden. (Quelle: aid)