17.02.2016

Schutzlos – Der Kreis der Wirkstofft wird enger

Mit der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln sieht es oberflächlich betrachtet derzeit  ja noch recht gut aus. Aber der Schein trügt. Still und heimlich, von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, werden die Wirkstoffe am Markt immer weniger.

Schuld daran sind neben teuren Kosten für die Erforschung und Entwicklung neuer, moderner Pflanzenschutzmittel, die immer strenger werdenden Regeln und bürokratischen Hürden für eine Produktzulassung. Dazu kommt die Unsicherheit für die Unternehmen der chemischen Industrie die rechtlichen Rahmenbedingungen betreffend. Kaum hat man sich auf Anforderungsprofile und ein Prozedere beim Zulassungsverfahren geeinigt, werden geltende Kriterien über den Haufen geworfen. Oft heißt es dann wieder zurück an den Start. Investierte Gelder sind verloren. Kein Unternehmen auf der Welt kann sich das auf Dauer leisten. Kaum verwunderlich, dass bei solchen Aussichten der integrierte Pflanzenschutz eher düsteren Zeiten entgegen geht.

Drahtwürmer beispielsweise lieben Erdäpfel und versammeln sich dort in Massen, wo die besten wachsen. Ein Drama für die Bauern in den begünstigten Anbaugebieten. Sie müssen den Erdapfel immer öfter aus ihrer Fruchtfolge nehmen, verlieren Kunden und Einkommen. Alternativen dazu gibt es keine. Obwohl ein funktionierendes und sicheres Bekämpfungskonzept mit einem gut wirksamen Bodeninsektizid eigentlich vorhanden wäre, bleibt der heimische Erdapfelanbau nun aber schutzlos zurück. Wirklich erfolgreiche integrierte Pflanzenschutzkonzepte sind für die Zukunft derzeit leider nicht in Sicht.

Stefan Winter